artibeau : kunst in bochum - umsonst und draußen

Mosaikwand Haus am Glockengarten (1960/1972)

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Otto Herbert Hajek (1927-2005)
1960/1972
Beton

Bereits um 1960, vielleicht aber auch erst 1964, bekam Otto Herbert Hajek den Auftrag zum Entwurf einer Mosaikwand für das in Planung befindliche Haus am Glockengarten. Das filigran gearbeitete abstrakte Mosaik spielt mit dem Thema Kreuz und ist eher untypisch für Hajeks Arbeiten im öffentlichen Raum.

Seit 1964 war Otto Herbert Hajek Mitglied des Vorstandes im Deutschen Künstlerbund. Im Rahmen einer Ausstellung des Künstlerbundes wurde der damalige Oberbaudirektor der Stadt Bochum, Bruno Buchholz, auf Hajek und sein Werk aufmerksam.

Rot, Blau und Gelb waren die dominanten Farben in den Werken Hajeks. Dabei knüpft er an die Farbenlehre Goethes an: Gelb als Farbe des Absoluten, Rot für Würde und Liebe, Blau für das Transzendente.

Hajek verstand seine Objekte als „Bauplastiken“, „Farbwege“, „Raumknoten“, „Räumliche Konstruktionen“ oder „Stadtzeichen“. Er forderte eine Verschmelzung von Architektur, Kunst und Umwelt.

Nach dem Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart lebte Hajek ab 1954 als freischaffender Künstler in Stuttgart. In der zweiten Hälfte der 50er Jahre gehörte er zur Avantgarde der informellen Bildhauer in Europa. In den 1960er Jahren ging Hajek dazu über, Beton als künstlerisches Material einzusetzen und erweiterte seine künstlerische Tätigkeit zunehmend in den öffentlichen Raum. Damit setzte er sich der öffentlichen Kritik bewusst aus, deren dialogische Komponente er als notwendiges Element zeitgenössischer Kunst in einer demokratischen Gesellschaft ansah.

Die begehbare Plastik „Frankfurter Frühling“ (1962-64) war die erste „Installation“ von Öffentlichkeitskunst in Deutschland. Die Plastik war eine Auftragsarbeit für „Kunst am Bau“. Ausgestellt wurde die Arbeit auch auf der documenta III in Kassel. Die Bezeichnung des Bochumer Programms als „Bochumer Frühling“ hat hier ihre Wurzeln.

Mit seinen Stadtraumgestaltungen, die er als Stadtikonographien bezeichnete, wollte Hajek Zeichen setzen für eine menschlichere Gestaltung städtischer Umgebung und dem urbanen Menschen Plätze der Kommunikation und der Auseinandersetzung - nicht zuletzt mit sich selbst - geben.

In Stuttgart ist Hajek mit sehr vielen Kunstwerken vertreten. 2003 wurde die Otto Herbert Hajek-Kunststiftung der Stadt Stuttgart gegründet, in die der Künstler einen umfangreichen Teil seines Lebenswerkes als Schenkung einbrachte.

Standort:
Haus am Glockengarten (Eingang)
Glockengarten 38
44803 Bochum

Siehe auch:
„Bochumer Frühling“
„Maßzeichen“

Nachlesen:
Wikipedia: Otto Herbert Hajek
O. H. Hajek Museum: Homepage
Welt der Form: Otto Herbert Hajek
Karlsruher Institut für Technologie (KIT): Online-Findbuch zum architekturbezogenen Bestand. Otto Herbert Hajek.
K.i.ö.R. Frankfurt: Frankfurter Frühling (1964)
KAH Bonn: Pressemappe O. H. Hajek

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Chronologie 1964-1989

1964  Am Ruhrschnellweg in Harpen wird das Ruhr-Park Einkaufszentrum als zweites in Deutschland eröffnet.

1965  Die Ruhr-Universität Bochum, erste Hochschule im Revier, wird eröffnet.

1966  Das letzte Grubenpferd geht in Rente (22. Juni Tobias, Zeche General Blumenthal, Recklinghausen, Gedenktafel am Bergbaumuseum).

1966  Das Kammerspielhaus am Schauspielhaus Bochum wird eröffnet.

1967  Mit Lothringen schließt die 51. Zechenanlage an der Ruhr.

1968/69  Die Ruhrkohle AG, RAG, wird gegründet.

1971  Der VFL Bochum steigt auf in die erste Bundesliga.

1972  Peter Zadek wird Intendant am Schauspielhaus Bochum.

1973  Die letzte Zeche in Bochum wird stillgelegt (Hannover/Hannibal)

1973  Die erste Ölkrise gipfelt in Sonntagsfahrverboten.

1973  Es gibt einen Anwerbestopp für Gastarbeiter außerhalb der EG.

1974  Erste S-Bahnen fahren im Revier (S1, S3)

1976  Erste Tempo-30 Zone in Bochum auf Betreiben einer Bürgerinitiative.

1977  Terminal von Richard Serra auf der documenta 6 in Kassel. Von Bochum gekauft, 1979 aufgestellt.

1979  Ruhrstadion (Rewirpower-Stadion) eröffnet.

1979  Claus Peymann wird als Nachfolger von Peter Zadek für sieben Jahre Intendant in Bochum.

1980  Der Kemnader Stausee wird freigegeben.

1980  Der RVR veranstaltet den ersten „Tag des Radfahrens“ im Revier.

1983  Hausbesetzungen im Heusnerviertel gegen den Abriss für den Außenring.

1984  Das Album „4630 Bochum“ macht Herbert Grönemeyer (und Bochum) zum Star.

1986  Erstmals „Bochum Total“. Das Festival entwickelt sich zum größten kostenlosen Rock-Pop-Festival in Europa.

1988  Starlight Express startet in Bochum.

1989  Die U35 zwischen Herne und Bochum Hbf ist fertig. Länge: 10 km. Bauzeit: 20 Jahre. Kosten: 800 Mio. DM.

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